Menorca – die kleine Schwester Mallorcas? Von wegen!

Menorca – die kleine Schwester Mallorcas? Von wegen!

Nils Wend

Türkisblaues Wasser, schneeweiße Sandstrände, charmante Hafenstädtchen und jede Menge mediterranes Lebensgefühl – Menorca hat uns vom ersten Moment an begeistert. Die zweitgrößte Baleareninsel ist vielleicht etwas weniger bekannt als Mallorca. Ihrer großen Schwester steht sie in Sachen Schönheit aber in nichts nach. Und das Beste: Es geht vielerorts angenehm entspannt zu.

Unser Zuhause für die Zeit auf der Insel war das Grupotel Aldea Cala’n Bosch im Südwesten Menorcas. Eine gute Ausgangsbasis, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Mit dem Mietwagen waren wir flexibel unterwegs und konnten uns die schönsten Ecken in Ruhe anschauen. Denn Menorca ist zwar überschaubar, hat aber erstaunlich viel zu bieten.

Grupotel Aldea Cala’n Bosch  Grupotel Aldea Cala’n Bosch  Grupotel Aldea Cala’n Bosch


Zwischen Hafenflair und historischen Gassen

Natürlich standen auch die beiden wichtigsten Städte auf unserem Programm. Die alte Inselhauptstadt Ciutadella im Westen hat uns mit seinen verwinkelten Gassen, historischen Gebäuden und dem hübschen Hafen sofort gefallen. Hier lässt es sich wunderbar durch die Altstadt schlendern, in kleinen Geschäften stöbern oder einfach bei einem Café das Treiben beobachten.

Ciutadella   Ciutadella   Ciutadella

Mahón (Maó), die heutige Inselhauptstadt im Osten Menorcas, zeigt sich dagegen etwas geschäftiger. Besonders beeindruckend ist der riesige Naturhafen, der zu den Größten in Europa zählt. Auch hier lohnt sich ein Bummel durch die Altstadt – und natürlich eine Pause in einem der gemütlichen Cafés oder zahlreichen Fischrestaurants.

Mahón (Maó)  Mahón (Maó)

Wer es etwas ruhiger mag, sollte unbedingt Fornells besuchen. Das kleine Fischerdorf im Norden versprüht jede Menge maritimen Charme. Hier dreht sich vieles um den Hafen, das Meer sowie gastronomische Genüsse. Ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Für Gourmets wird hier nämlich der qualitativ hochwertigste Hummer aufgetischt.

Fornells   Fornells   Fornells


Ab in den Norden!

Mit dem Mietwagen ging es natürlich auch bis in den äußersten Norden der Insel. Die Landschaft wird hier rauer, ursprünglicher und deutlich wilder als an den bekannten Stränden im Süden. Am nördlichsten Punkt Menorcas, dem Cap de Cavalleria, zeigt sich die Insel von ihrer naturbelassenen Seite - mit viel Wind, weitem Blick und einer ordentlichen Portion Mittelmeer-Romantik.

Überhaupt ist die Abwechslung auf Menorca bemerkenswert. Mal fährt man durch grüne Landschaften und kleine Dörfer, mal steht man plötzlich vor einer felsigen Küste oder entdeckt eine versteckte Bucht. Langeweile? Fehlanzeige!

Cap de Cavalleria  Cap de Cavalleria


Architektur trifft Natur

Ein weiteres Highlight war Binibèquer Vell, eine Anlage mit weiß getünchten Häusern, schmalen Gassen und verwinkelten Durchgängen, die fast wie aus einem Bilderbuch wirkt. Hier kann man sich wunderbar treiben lassen und entdeckt hinter jeder Ecke ein neues Fotomotiv.

Ganz anders, aber nicht weniger eindrucksvoll, war der Besuch des historischen Steinbruchs Líthica (Pedreres de s'Hostal). Die mächtigen Felswände und die besonderen Formen zeigen, wie sich Natur und menschliche Arbeit über viele Jahre hinweg gegenseitig geprägt haben. Ein spannender Kontrast zu den sonst so idyllischen Küstenorten und Stränden der Insel.

Binibèquer Vell  Pedreres de s'Hostal  Pedreres de s'Hostal


Kulinarisch? ¡Buen provecho!

Auch beim Essen sind wir ganz auf unsere Kosten gekommen. Statt internationaler Küche gab es bei uns vor allem lokale Spezialitäten mit frischen Produkten. Fisch, Meeresfrüchte, Tapas, Käse und andere Köstlichkeiten aus der Region standen regelmäßig auf dem Tisch. Genau so stellt man sich mediterranen Genuss vor: gute Zutaten, unkomplizierte Zubereitung und dazu ein Glas Wein – was will man mehr?

Gerade in den kleineren Orten lohnt es sich, die Restaurants abseits der großen Hotelanlagen auszuprobieren. Dort bekommt man oft einen besonders schönen Eindruck von der regionalen Küche und dem entspannten Lebensgefühl der Insel.

 lokale Spezialitäten mit frischen Produkten   lokale Spezialitäten mit frischen Produkten


Schneeweiße Strände und kleine Badeparadiese

Dass Menorca bei Familien so beliebt ist, hat einen guten Grund. Die Insel besitzt traumhafte Sandstrände mit feinem, hellem Sand und flach abfallendem Wasser. Gerade für Familien mit kleinen Kindern sind diese Bedingungen natürlich ideal. Entsprechend vielen jungen Familien sind wir unterwegs begegnet.

Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Deutsche Urlauber waren eher selten vertreten. Das fanden wir keineswegs unangenehm – im Gegenteil! Es war schön, eine Insel zu erleben, auf der man nicht überall das Gefühl hat, mitten im deutschen Urlaubstreff zu sein. Stattdessen begegnet man vielen internationalen Gästen und bekommt ein wenig mehr von der eigenen Urlaubsatmosphäre des Landes mit. Was zur Wahrheit dazu gehört: Wer die englische Sprache spricht, hat es auf Menorca deutlich einfacher.

Badebucht  Sandstrand


Unser Fazit: Klein, fein und überraschend vielseitig

Menorca ist eine Insel für alle WUR-Gäste, die im Urlaub gerne etwas entdecken, gutes Essen genießen und zwischendurch einfach mal die Füße hochlegen möchten. Historische Städte, kleine Fischerdörfer, beeindruckende Landschaften und traumhafte Strände liegen oft nur eine kurze Autofahrt voneinander entfernt.

Mit dem Mietwagen lässt sich die Insel wunderbar erkunden, ohne dass man jeden Tag ein straffes Programm absolvieren muss. Und genau das macht den Reiz aus: morgens eine neue Ecke entdecken, mittags frischen Fisch genießen und nachmittags vielleicht noch an einem dieser schneeweißen Strände landen.

Menorca hat uns mit seiner entspannten Art, seiner landschaftlichen Vielfalt und seinem mediterranen Charme überzeugt. Eine Insel, die vielleicht nicht ganz so laut auftritt wie Mallorca, dafür aber umso mehr mit ihren inneren Werten punktet. Für uns definitiv eine Reise wert!

Landschaft  Ausblick

16.10.2026